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Rheinland-pfälzischer Justizminister betont Wichtigkeit des interdisziplinären Austauschs zwischen Rechtswissenschaft und Psychologie

Der rheinland-pfälzische Justizminister Heinz Gerorg Bamberger (SPD) macht sich für den interdisziplinären Austausch zwischen Rechtswissenschaft und Psychologie stark. Er hat anlässlich der Einführungsvorlesung «Psychologisches Grundwissen für Psychologen und Juristen: Ausgewählte Themen aus dem familienrechtlichen Verfahren» in Mainz betont, dass Fähigkeiten zur interdisziplinären Verständigung keineswegs selbstverständlich seien. Sie müssten ebenso wie fachspezifische Fertigkeiten erlernt und praktiziert werden. Dies teilt das rheinland-pfälzische Justizministerium am 29.10.2010 mit.

Interdisziplinärer Austausch unabdingbar

«Die Kenntnisse der Psychologie in der Juristenausbildung zu stärken und das Verständnis für juristische Belange in den Reihen der Psychologinnen und Psychologen zu wecken, ist eine wichtige Aufgabe. Die Initiative und das Engagement des psychologischen Instituts gemeinsam mit der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität zu dieser Vorlesung freut mich daher außerordentlich», sagte Bamberger.    Viele Fragen, die in der täglichen Praxis auftauchten, seien derart schwierig zu beantworten, dass sich an ihnen zwingend mehrere Disziplinen gleichsam «abarbeiten» müssten. Die fachübergreifende Zusammenarbeit hält Bamberger hier für eine Notwendigkeit. Die Beteiligten kämen nicht umhin, über ihren eigenen Bereich hinaus zu blicken.

Erstes interdisziplinäres Seminar fand bereits im Sommersemester 2010 statt

Bereits im Sommersemester 2010 sei in Mainz als Pilotprojekt ein interdisziplinäres Seminar mit dem Titel «Psychologie im Strafrecht» angeboten worden, so das Landesjustizministerium. An dieser Veranstaltung hätten 20 Studierende der Psychologie, zehn Studierende der Rechtswissenschaften und zehn Rechtsreferendare teilgenommen. In einem neuartigen Konzept seien dabei verschiedene Ausbildungsstufen junger Juristen eingebunden worden. Rechtsreferendare, die bereits erste Erfahrungen in der Praxis gesammelt haben, hätten sich mit Studierenden der Rechtswissenschaften und der Psychologie austauschen können.

Weiterführende Links

Aus der Datenbank beck-online

Neubacher, Warum und zu welchem Ende Kriminologie studieren? - Von Interdisziplinarität, Europäisierung und Erkenntnisinteressen eines ungewöhnlichen Studienfachs, JuS 2001, 98

Gläßer/Beneschovsky, «Juristenausbildung zum Dobermann oder Kuschelanwalt?», NJW 1999, 1238

beck-aktuell-Redaktion, Verlag C.H. Beck, 3. November 2010.