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Concorde-Absturz: Französisches Gericht verurteilt Continental zu Geldstrafe

Ein Gericht in Pontoise bei Paris hat die US-Fluggesellschaft Continental zehn Jahre nach dem Concorde-Absturz, bei dem 113 Menschen starben, wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt. Nach einem Bericht des Onlineportals der «Süddeutschen Zeitung» vom 06.12.2010 sah das Gericht eine Mitschuld des Unternehmens an der Katastrophe als erwiesen an. Ein Continental-Mitarbeiter erhielt zudem 15 Monate Haft auf Bewährung. Freigesprochen wurde hingegen unter anderem der damalige Chef des Concorde-Programms, Henri Perrier. Für ihn hatte die Staatsanwaltschaft zwei Jahre Haft auf Bewährung beantragt, weil ihm die Anfälligkeit des Flugzeugs bekannt gewesen sein soll.

200.000 Euro Geldstrafe und eine Million Euro Schadenersatz an Air France

Neben einer Geldstrafe von 200.000 Euro muss Continental auch Schadenersatz in Höhe von einer Million Euro an den Concorde-Betreiber Air France zahlen. Laut SZ kam es nach der Überzeugung des Gerichts zu der Katastrophe, weil die Concorde beim Start über eine Titan-Lamelle rollte, die von einer Continental-Maschine abgefallen war. Dabei sei ein Reifen des Flugzeugs geplatzt, Gummiteile hätten einen Tank der Concorde durchschlagen und der ausströmende Treibstoff habe Feuer gefangen.

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Aus der Datenbank beck-online

Braun, Haftung für Massenschäden, NJW 1998, 2318

beck-aktuell-Redaktion, Verlag C.H. Beck, 6. Dezember 2010.