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Gesetzentwurf: Industrie soll Auftragsbestand melden

Um das Ausmaß der konjunkturellen Dynamik besser einschätzen zu können, soll das System der monatlichen Konjunkturindikatoren um das Merkmal «Auftragsbestand» erweitert werden. Die Industrie soll also künftig ihren Auftragsbestand melden. Die Bundesregierung hat einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Änderung des Gesetzes über die Statistik im Produzierenden Gewerbe (BT-Drs. 17/10493) eingebracht. Dies teilt die Bundestagspressestelle am 28.08.2012 mit.

Auftragsstornierungen bislang nicht hinreichend berücksichtigt

Zur Begründung schreibt die Regierung, in den Konjunkturstatistiken des Verarbeitenden Gewerbes seien bisher nur die neu erteilten Aufträge gemeldet worden. Stornierungen von Aufträgen würden jedoch nur im Auftragsbestand wirksam und könnten, – wenn ihr Ausmaß zunehme – ein Indiz für eine konjunkturelle Abschwächung sein. Bei den 13.300 betroffenen Unternehmen werde es nur zur einer geringen Mehrbelastung kommen, so die Regierung.

Bundesrat befürchtet zusätzliche Belastung für Unternehmen

Während die Bundesregierung das neue Merkmal «Auftragsbestand» als «wichtige Planungsgröße» verteidigte, hat sich der Bundesrat in der Stellungnahme eher skeptisch zur der geplanten Einführung dieses zusätzlichen Indikators geäußert. Denn dies bedeute für die Betriebe und Statistischen Ämter «gravierende zusätzliche Belastungen». Der möglicherweise zu erzielende Informationsgewinn rechtfertige keinesfalls diesen Mehraufwand, meint die Länderkammer.

Weiterführende Links

Zum Thema im Internet

Den Gesetzentwurf (BT-Drs. 17/10493) finden Sie auf der Internetseite des Bundestages als pdf-Datei hinterlegt.

beck-aktuell-Redaktion, Verlag C.H. Beck, 29. August 2012.