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EU-Kommission will einheitlichen Standard für Mehrwertsteuererklärung

Die EU-Kommission will in Bezug auf die Mehrwertsteuer den Verwaltungsaufwand für Unternehmen verringern, die Einhaltung der Vorschriften verbessern und auch die Steuerbehörden EU-weit effizienter machen. Dazu hat sie am 23.10.2013 einen Vorschlag für eine neue Standard-Mehrwertsteuererklärung vorgelegt, welche die nationalen Mehrwertsteuererklärungen ersetzen soll. Durch die neue Standard-Mehrwertsteuererklärung würden von den Unternehmen EU-weit innerhalb derselben Fristen dieselben grundlegenden Angaben verlangt, erklärte EU-Steuerkommissar Algirdas Šemeta.

Vorteile der Standard-Mehrwertsteuererklärung gelobt

Die Standard-Mehrwertsteuererklärung bringe allen Beteiligten nur Vorteile, so Šemeta weiter. Zum einen profitierten die Unternehmen von vereinfachten Verfahren, niedrigeren Kosten und weniger Bürokratie. Zum anderen erhielten die Regierungen ein neues Instrument, um die Einhaltung der Mehrwertsteuervorschriften zu erleichtern, wodurch sich ihre Einnahmen erhöhen dürften. Dem Vorschlag der Kommission zufolge müssen Unternehmen die Standard-Mehrwertsteuererklärung monatlich einreichen, für Kleinstunternehmen sei ein vierteljährlicher Abstand vorgesehen. Die Verpflichtung zur Abgabe einer zusammenfassenden jährlichen Erklärung, die in einigen Mitgliedstaaten derzeit noch vorgeschrieben ist, würde künftig wegfallen.

Initiative des REFIT-Programms

Mit dem Vorschlag wird laut Kommission auch der elektronische Datenverkehr unterstützt, da die Standard-Mehrwertsteuererklärung künftig EU-weit elektronisch eingereicht werden kann. Diese Vereinfachungen stünden im Einklang mit dem Engagement der Kommission für intelligente Regulierung und sei eine der Initiativen des REFIT-Programms zur Vereinfachung der Vorschriften und Verringerung der Verwaltungslasten für Unternehmen, erklärte die Kommission weiter.

150 Millionen Mehrwertsteuererklärungen pro Jahr

Jedes Jahr reichen die Steuerpflichtigen in der EU bei ihren Finanzämtern 150 Millionen Mehrwertsteuererklärungen ein. Derzeit bestehen zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten noch große Unterschiede bei den verlangten Angaben, dem Format der nationalen Formulare und den Abgabefristen. Hierdurch wird die Mehrwertsteuererklärung bei grenzübergreifender Wirtschaftstätigkeit zu einem komplexen, teuren und schwerfälligen Unterfangen.

Weiterführende Links

Aus der Datenbank beck-online

Ismer/Pull/Endres, Reform des Mehrwertsteuersystems: Handlungsoptionen zur Verringerung der Befolgungskosten im innergemeinschaftlichen Warenverkehr, MwStR 2013, 260

beck-aktuell-Redaktion, Verlag C.H. Beck, 24. Oktober 2013.