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OLG Frankfurt am Main bemängelt zu hohe Anzahlungen für Pauschalreisen von Reiseveranstaltern

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main (Urteil vom 16.01.2014, Az.: 16 U 78/13) sowie dem Landgericht Düsseldorf (Urteil vom 13.11.2013, Az.: 12 O 417/12) erfolgreich gegen die Reiseveranstalter Thomas Cook und Bucher-Reisen wegen zu hoher Anzahlungen bei Pauschalreisen geklagt. Dass 25% beziehungsweise 30% des Reisepreises bereits bei der Buchung fällig werden, hielten die Richter nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen für unzulässig. Und auch die Fälligkeit des Restreisepreises schon 40 Tage vor Antritt der Reise benachteilige Pauschalurlauber unangemessen.

Verstoß gegen Zug-um-Zug-Prinzip

Weil führende Veranstalter Vorauszahlungen zwischen 25% und 100% des Reisepreises bereits bei der Buchung verlangten, hatten die Verbraucherschützer gegen fünf Unternehmen der Branche (TUI Deutschland GmbH, Bucher Reisen GmbH, TC Touristik GmbH, Urlaubstours GmbH sowie L’TUR Tourismus AG) Klage erhoben und erste Urteile erstritten. Mit ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen würden die Veranstalter gegen das Zug-um-Zug-Prinzip verstoßen, wonach Kunden erst zahlen müssten, wenn sie die Leistung erhalten, kritisierte Klaus Müller, Vorstand der nordrhein-westfälischen Verbraucherzentrale. Diese Auffassung habe jetzt noch einmal das OLG Frankfurt bestätigt: 25% beziehungsweise 30% des Reisepreises, die die Thomas Cook als Anzahlung bei der Buchung verlange, seien zu viel. Und auch die Fälligkeit des Restreisepreises schon 40 Tage vor Antritt der Reise benachteilige die Fluggäste unangemessen. Eine Auffassung, die auch das LG im Verfahren gegen Bucher-Reisen teile: Eine Anzahlung von 30% des Reisepreises befanden die Richter als zu hoch.

Weiterführende Links

Zum Thema im Internet

Die Urteile zu den Az.: 12 O 417/12 und 16 U 78/13 im Volltext finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Aus der Datenbank beck-online

Tonner, Der Verbraucher als Kreditgeber für Reiseveranstalter und Fluggesellschaften?, VuR 2013, 281

Aus dem Nachrichtenarchiv

Pauschalreisen: 35%-Anzahlungsverpflichtung und 50%-Stornopauschale in AGB unzulässig, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 28.10.2013, becklink 1029335

Vorauskasse bei Flugreisen ? Verbraucherschützer mahnen Airlines ab, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 23.05.2013, becklink 1026634

beck-aktuell-Redaktion, Verlag C.H. Beck, 6. Februar 2014.