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Polnischer Minister will Einspruch gegen Ablehnung der Auslieferung Polanskis einlegen

Der polnische Justizminister Zbigniew Ziobro plant, gegen die Entscheidung eines Krakauer Gerichts, Star-Regisseur Roman Polanski (82) nicht an die USA auszuliefern, Einspruch einzulegen. Die US-Justizbehörden ermitteln gegen Polanski wegen des Vorwurfs eines Sexualverbrechens an einer Minderjährigen vor mehr als 30 Jahren.

Ziobro: Keine mildere Behandlung für Prominente

Ziobro sagte am 31.05.2016 im polnischen Rundfunk, er habe sich entschlossen, Einspruch beim Obersten Gericht einzulegen. Es dürfe keinen milderen Umgang mit Polanski geben, nur weil er prominent sei. "Vor dem Gesetz sind alle gleich." Zudem werde Polanski eines "abscheulichen Verbrechens gegen ein Kind" beschuldigt. Der Minister ist zugleich Generalstaatsanwalt in Polen.  

Krakauer Gericht bezweifelt fairen Prozess in den USA  

Polanski hatte zugegeben, Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben, den Vorwurf einer Vergewaltigung aber zurückgewiesen. Das Krakauer Gericht hatte seine Entscheidung, Polanski nicht auszuliefern, auch mit Zweifeln an einem fairen Prozess in Los Angeles begründet. Polanski besitzt die polnische und die französische Staatsbürgerschaft und seit mehreren Jahren einen Wohnsitz in der südpolnischen Stadt.

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 31. Mai 2016.