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vzbv mahnt Entwickler von Pokémon Go ab

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat 15 Klauseln aus den Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen der App "Pokémon Go" des kalifornischen Entwicklers Niantic abgemahnt. Dies teilte der vzbv am 20.07.2016 mit. Das Spielekonzept setze voraus, dass Nutzer personenbezogene Daten preisgeben, was nach Ansicht des vzbv zum Teil gegen deutsche Verbraucherrechts- und Datenschutzstandards verstößt. Gibt das Unternehmen keine Unterlassungserklärung ab, will der vzbv eine Klage prüfen.

Anonymes Spielen praktisch unmöglich

Vor der Nutzung der sehr beliebten Spiel-App müssten Spieler sich beim Entwickler Niantic über ein Google-Konto oder im Pokémon Trainer Club (PTC) anmelden und neben Nutzerdaten wie der E-Mail-Adresse auch die Standortdatenfunktion ihrer Smartphones oder Tablets freigeben, monieren die Verbraucherschützer. Anonymes Spielen werde dadurch praktisch unmöglich gemacht. Weil das Unternehmen aus San Francisco (USA) durch die App sehr viele personenbezogene Daten erhält, habe sich der vzbv die Nutzungs- und Datenschutzbedingungen genauer angeschaut.

Weitreichende Haftungs- und Gewährleistungsausschlüsse

Dabei seien eine Reihe von kritischen Punkten zu Tage getreten. So könne Niantic den einmal geschlossenen Vertrag mit dem Nutzer jederzeit abändern oder Dienste ganz einstellen. Davon betroffen wären auch In-App-Käufe mit echtem Geld. Eine Rückerstattung sei ausgeschlossen. Weiter enthielten die Nutzungsbedingungen weitreichende Haftungs- und Gewährleistungsausschlüsse. Für die Anwendung solle kalifornisches Recht gelten. Widersprächen Verbraucher nicht rechtzeitig im Vorfeld, sollen sie bei Streitigkeiten ein Schiedsgericht in den USA anrufen, kritisiert der vzbv.

Verletzung deutschen Datenschutzrechts

Auch die Datenschutzerklärung verletzt nach Auffassung des vzbv deutsches Datenschutzrecht, etwa durch schwer verständliche oder zu weitreichende Einwilligungserklärungen. So könnten personenbezogene Daten nach Ermessen von Niantic unter anderem an private Dritte weitergegeben werden.

Straßenjagd nach kleinen Monstern

Seit dem offiziellen Start in Deutschland am 13.07.2016 belegt das Spiel um die Taschenmonster namens Pokémon Spitzenpositionen in den deutschen App-Stores von Apple und Google. "Pokémon Go" verwendet das Prinzip der sogenannten Augmented Reality, bei der die virtuelle und die echte Welt auf dem Smartphone-Bildschirm verschmelzen. Die Taschenmonster werden anhand einer echten Straßenkarte innerhalb der App im öffentlichen Raum sichtbar und von den Spielern eingesammelt. Spieler lassen dann ihren Monsterbestand im Duell mit anderen antreten. Die Monster des Gewinners werden stärker und erhalten mehr Fähigkeiten.

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 21. Juli 2016.