Redaktion beck-aktuell

Nachrichten, Pressemitteilungen, Fachnews

becklink 2004368

Bundesregierung will Verlustverrechnung neu regeln

Die Bundesregierung will das Investitionsumfeld für Kapitalgesellschaften in Deutschland verbessern. Wie sie am 14.09.2016 mitteilte, soll die Neuregelung der steuerlichen Verlustverrechnung Kapitalgesellschaften künftig das Wachstum und die Ausstattung mit Kapital erleichtern. Die neuen Bestimmungen sollen für alle Kapitalgesellschaften gelten, von ihr würden also auch junge Unternehmen mit innovativen Geschäftsideen profitieren, so die Regierung. Das Gesetz soll rückwirkend zum 01.01.2016 in Kraft treten.

Beseitigung steuerlicher Hemmnisse bei Kapitalausstattung

Nach der geplanten Neuregelung sollen Kapitalgesellschaften nicht genutzte Verluste auch bei einem Wechsel des Anteilseigners steuerlich geltend machen und mit künftigen Gewinnen verrechnen können. Voraussetzung soll jedoch sein, dass der Geschäftsbetrieb erhalten bleibt und eine anderweitige Verlustnutzung ausgeschlossen ist. Die Novellierung ist laut Bundesregierung vor allem für Unternehmen nützlich, deren Finanzierung die Neuaufnahme oder einen Wechsel von Anteilseignern erfordert. Die Neuregelung solle steuerliche Hemmnisse bei der Kapitalausstattung dieser Unternehmen beseitigen.

Bestehende Rechtslage begünstigt Unternehmen mit Konzernstrukturen

Die bestehende Verlustabzugsbeschränkung solle den sogenannten Mantelkauf zur Steuerminimierung durch Nutzung "fremder" Verluste verhindern, erläutert die Regierung die derzeitige Rechtslage. Bei einem Wechsel der Anteilseigner innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren gingen Verluste anteilig oder vollständig verloren. Die Begrenzung gelte nicht für bestimmte Übertragungen im Konzern (Konzernklausel) und bei ausreichend hohen stillen Reserven (Stille Reserven-Klausel). Diese Ausnahmen kämen Unternehmen mit Konzernstrukturen zugute, die dank ihrer Geschäftstätigkeit ausreichend hohe stille Reserven gebildet haben. Von der Neuregelung würden nun vor allem die Unternehmen profitieren, die die Voraussetzungen der bisherigen Regelung nicht erfüllten.

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 14. September 2016.