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Football Leaks: Mutmaßlicher Hacker in Ungarn festgenommen

Ein mutmaßlicher Hacker von Fußball-Club-Websites ist in Ungarn dingfest gemacht worden. Der per Europäischem Haftbefehl gesuchte Portugiese sei am 16.01.2019 in Budapest festgenommen worden, teilte die portugiesische Polizei am späten Abend des 16.01.2019 in Lissabon mit. Der Mann werde unter anderem "der unzulässigen Aneignung und Verbreitung von Daten sowie der versuchten Erpressung" verdächtigt, sagte der Kripo-Sprecher.

Haftstrafe von bis zu zehn Jahren möglich

Der 30-Jährige solle in drei bis vier Wochen an Portugal ausgeliefert werden und könne zu einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren verurteilt werden. Noch sei es aber zu früh, den Mann eines konkreten Verbrechens zu bezichtigen, betonte der Sprecher.

Macher von "Football Leaks"?

Nach Berichten portugiesischer Medien wird der Mann verdächtigt, der Macher von "Football Leaks" zu sein oder zumindest "enge Verbindungen" zur Enthüllungsplattform zu haben. Es handele sich um einen Geschichtsstudenten, der über ein Erasmus-Programm nach Budapest gekommen sei. Der in Portugal namentlich bekannte Verdächtige beteuerte in Interviews derweil, er habe nichts mit "Football Leaks" zu tun und sei Opfer einer Diffamierungskampagne.

Portugiesische Behörden ermitteln wegen Infolecks

Bei den Ermittlungen der Behörden in Portugal geht es allerdings weniger um "Football Leaks" als um Infolecks, die über den TV-Kanal des FC Porto und in Blogs veröffentlicht wurden. Diese Infolecks führten zu Ermittlungen gegen den Rekordmeister Benfica Lissabon, der Schiedsrichter und Spiele gekauft haben soll. Wegen der Infolecks erstattete Benfica Anzeige gegen den FC Porto.

"Football Leaks" beinhaltete auch Berichte über Steuervergehen

Die Plattform "Football Leaks" hatte mit ihren Enthüllungen seit 2015 für Aufsehen im Weltfußball gesorgt. Es gab unter anderem auch Berichte über Steuervergehen von Topstars der Branche. Auch Originaldokumente wurden online gestellt.

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 17. Januar 2019.