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Spahn plant schnelles Verbot von sogenannten Konversionstherapien

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht gute Chancen, sogenannte Konversionstherapien zur "Umpolung" von Homosexuellen schnell zu verbieten. "Konversionstherapien machen krank und sind nicht gesund", sagte Spahn am 11.06.2019 in Berlin. Er strebe jetzt zügige Gespräche mit dem Bundesjustizministerium an. Ziel solle sein, noch dieses Jahr einen Gesetzentwurf für ein Verbot dieser Angebote auf den Weg zu bringen.

Wissenschaftler halten Verbot aus medizinischer Sicht für erforderlich

Spahn hatte im Frühjahr eine Expertenkommission zum Thema eingesetzt. Die Kommission, die fachlich von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld begleitet wird, und zwei wissenschaftliche Gutachten kommen nach Angaben des Ministers nun zu dem Schluss, dass ein Verbot aus medizinischer Sicht geboten und rechtlich möglich sei. Ein Abschlussbericht der Kommission soll Ende August veröffentlicht werden.

In Deutschland jährlich Tausende "Umpolungstherapien"

Nach Angaben von Jörg Litwinschuh-Barthel von der Magnus-Hirschfeld-Stiftung muss von Tausenden Fällen pro Jahr in Deutschland ausgegangen werden, in denen versucht wird, homosexuelle Menschen durch fragwürdige Methoden umzuerziehen. Das reiche vom familiären Umfeld, Coaches und Therapeuten über Gebete bis hin zu Exorzismus, sagte Litwinschuh-Barthel am 11.06.2019 in Berlin. Auch die Bundesländer hatten sich schon für ein Verbot solcher "Therapien" ausgesprochen. Der Bundesrat hatte Mitte Mai in einer Entschließung die Bundesregierung aufgefordert, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu prüfen.

Weiterführende Links

Aus dem Nachrichtenarchiv

Länder fordern Verbot von Konversionstherapien, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 17.05.2019, becklink 2013142

Mehrere Bundesländer fordern Verbot von "Konversionstherapien" für Homosexuelle,  Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 12.04.2019, becklink 2012839

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 11. Juni 2019.