Redaktion beck-aktuell

Nachrichten, Pressemitteilungen, Fachnews

becklink 2013854

beA: Fehlende Signatur verhindert Nachweis des Versandzeitpunktes von Mails

Ein Bericht des Nachrichtenportals heise.de. vom 09.08.2019 warnt die Anwaltschaft vor dem möglichen Verlust der Zertifizierung von im Rahmen des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs (beA) empfangenen beziehungsweise versendeten Mails. Eine fehlende Signatur könne dazu führen, dass sich der Zeitpunkt des Versandes einer Nachricht nicht mehr zweifelsfrei nachweisen lässt.

Prüfung auf Echtheit schlägt fehl

Seit April verschiebt das beA drei Monate alte Nachrichten automatisch in den Papierkorb. Einen Monat später werden diese für immer gelöscht. Nun könne es aber vorkommen, dass ein Rechtsanwalt später einen Nachweis führen müsse, wann er eine Nachricht versandt hat, heißt es in dem Bericht von heise.de weiter. Das beA lege ihm daher die Pflicht auf, seine Nachrichten zu archivieren, und zwar jede einzeln. Hierzu könne der Anwalt die Nachricht als ZIP-Datei herunterladen, begleitet von einer abgesetzten PKCS#7-Signaturdatei (Public-Key Cryptography Standard # 7). Wie das Nachrichtenportal berichtete, sei diese Datei jedoch fehlerhaft. Prüfprogramme würden darin keinerlei Signatur finden und die Prüfung auf Echtheit werde versagt. Dies ist nach den Erkenntnissen von heise.de bei allen bisher exportierten Nachrichten so.

Weiterführende Links

Aus der Datenbank beck-online

Müller, Der elektronische Rechtsverkehr im arbeitsgerichtlichen Verfahren, NZA 2019, 11

Schmieder/Liedy, Der Versand durch Dritte aus dem beA ohne qualifizierte Signatur, NJW 2018, 1640

Aus dem Nachrichtenarchiv

Elektronisches Anwaltspostfach: BRAK schreibt Betrieb und Weiterentwicklung ab 2020 aus, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 02.04.2019, becklink 2012718

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 9. August 2019.