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„Cold Cases”-Affäre: Leiter des Hamburger Landeskriminalamtes seines Amtes enthoben

Der Hamburger Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hat den Leiter des Landeskriminalamtes, Frank-Martin Heise, seines Amtes enthoben. Das bestätigte Polizeipressesprecher Timo Zill am 12.08.2019 gegenüber der Presse. Zuvor hatten mehrere Hamburger Medien berichtet. Hintergrund sollen Führungsprobleme und die Affäre um die Polizeieinheit "Cold Cases" sein.

LG rügte schwere Ermittlungsfehler 

Das Landgericht Hamburg hatte dieser Einheit 2018 schwere Fehler bei Ermittlungen zu einem versuchten Mord vor 38 Jahren vorgeworfen und den Angeklagten, einen 54-Jährigen, den die Sonderkommission Anfang Februar 2018 festgenommen hatte, im Oktober 2018 freigesprochen. Nach diesem Freispruch hatte die Polizei die Vorwürfe prüfen lassen. Bei dem Fall ging es um die versuchte Ermordung und Vergewaltigung einer 16-Jährigen am 01.11. 1980. In der mündlichen Urteilsbegründung kritisierte das LG, Zeugen seien getäuscht worden, die Sonderkommission habe den Hauptbelastungszeugen mit einer Belohnung zur Aussage bewegt, das Opfer habe den Angeklagten nur aufgrund einer suggestiv zusammengestellten Fotoserie mit Bildern mehrerer Männer identifiziert.

Weiterführende Links

Aus dem Nachrichtenarchiv

LG Hamburg: Freispruch in Prozess um Mordversuch an Mädchen vor 38 Jahren, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 24.10.2018, becklink 2011295

Heiße Spuren in kalten Fällen: Wie die Polizei "Cold Cases" löst, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 06.03.2017, becklink 2005946

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 13. August 2019.