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Diesel-Skandal: Kosten für Rechtsschutzversicherer durchbrechen Milliardengrenze

Der Diesel-Skandal hat die deutschen Rechtsschutzversicherer inzwischen mehr als eine Milliarde Euro für Anwälte, Gerichte und Gutachter gekostet. Damit sei er "das bislang teuerste Schadenereignis in der Rechtsschutzversicherung überhaupt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen. Und ein Ende der Verfahren sei noch nicht in Sicht. Der Kreis der betroffenen Autohersteller weite sich noch aus.

Teure Fahrzeuge treiben Streitwerte in die Höhe

Allein seit Oktober 2020 seien rund 60.000 Rechtsschutzfälle und ein Mehraufwand von mehr als 250 Millionen Euro hinzugekommen. Bis Ende Mai hätten insgesamt 354.000 Kunden im Streit mit Autoherstellern wegen mutmaßlich manipulierter Abgaswerte ihre Rechtsschutzversicherung in Anspruch genommen. Der durchschnittliche Streitwert pro Dieselfall sei auf 26.000 Euro gestiegen. Grund seien teurere Fahrzeuge, zuletzt etwa Wohnmobile. "Der Gesamtstreitwert aller über die Rechtsschutzversicherer abgewickelten Diesel-Rechtsschutzfälle ist inzwischen auf über 9 Milliarden Euro gestiegen", sagte Asmussen. Im vergangenen Jahr haben die Rechtsschutzversicherer laut GDV 4,4 Milliarden Euro eingenommen und 3,1 Milliarden Euro ausgegeben.

Weiterführende Links

Aus der Datenbank beck-online

LG Düsseldorf, Rechtsschutzversicherung in Verfahren um VW-Dieselskandal eintrittspflichtig, BeckRS 2017, 148926

Versicherer wollen gestiegene Rechtsschutzkosten kompensieren, Meldung der Redaktion FD-VersR vom 20.02.2019, FD-VersR 2019, 414321

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 17. Juni 2021 (dpa).